Das ist also der erste Blogbeitrag auf RetroNode. Komisch, alle haben einen Blog. Ich habe ein wenig mit meinem Pi 400 gespielt und mich dazu entschlossen, doch hin und wieder mal etwas zu schreiben.

Vielleicht ist das „Retro“ etwas irreführend. Klar, hier geht es in erster Linie um Technik, die ich besitze und die teilweise weit über 20 oder 30 Jahre alt ist. Aber ich denke, dass auch aktuelle Themen hier durchaus ihren Platz finden werden.

Durch OnkelPipi und seinen Blog https://www.arcadelabs.de/ – der ein oder andere wird ihn noch kennen – bin ich in den letzten Wochen wieder ganz stark in der Retro-Ecke hängen geblieben. Ist ja nicht so, dass ich nicht schon seit Jahren Konsolen und Games aus den 80ern und 90ern besitze. Aber die Liebe zu diesen Spielen und Geräten ist gerade wieder ganz groß und stark.

Er bombardierte mich mit Bildern seiner Röhrenfernseher, Konsolen, Aufbauten, Mancave und so vielem mehr. Wir kamen vom Hundertsten ins Tausendste, von Stöckchen auf Steinchen, und dann ging es los: Kleinanzeigen auf, tippen, suchen, schauen, Anbieter anschreiben.

Ich war auf der Suche nach einem Bang-&-Olufsen-TV-Gerät aus der BeoVision-Reihe. Bevorzugt ein MX4000 oder MX4200, wenn der Preis stimmt.

Eine Anzeige jagte die nächste.

„Ist der TV gut?“, schrieb ich.

OnkelPipi darauf: „Nee, leider kaputt oder viel zu teuer.“

Ich hatte das Gefühl, ich gehe ihm gehörig auf den Keks. Aber Pustekuchen – er schickte mir selbst auch Anzeigen.

Die Beo4 Fernbedienung

Und so ergab es sich, dass ich meine erste Anfrage stellte: in der Nähe, preislich um die 100 Euro und mit Fernbedienung dabei. Die ist wichtig, denn ohne eine originale Bang-&-Olufsen-Beo-Fernbedienung – auf dem Bild eine Beo4 – kann man nicht auf die AV-Eingänge umschalten. Und genau das möchte man ja.

Ich schrieb den Verkäufer an, handelte ihn auf 50 Euro herunter – alles schien so perfekt zu sein. Dann kam das große ABER!

Der Verkäufer zögerte beim Termin. Er sei erst am Wochenende wieder zu Hause. Wir verabredeten uns deshalb für Freitag noch einmal, um einen Termin abzusprechen.

Bis dahin scheint er allerdings so viele weitere Anfragen mit höheren Geboten bekommen zu haben, dass er mir das Gerät plötzlich nicht mehr verkaufen wollte.

Sichtlich angesäuert wies ich nur noch darauf hin, dass durch seine Zusage theoretisch bereits ein Kaufvertrag zustande gekommen sei, und wünschte ihm zynisch viel Erfolg beim Verkauf.

Aber es sollte nicht umsonst gewesen sein!

Dann tauchte da plötzlich diese eine Anzeige auf: ein BeoVision MX6000 mit Firmware 4.7, für 60 Euro und auch noch ganz in der Nähe.

Hier bitte Engelsgesang einfügen. 🥳

Der MX6000 auf seinem elektrischen Fuß

Ich schrieb den Verkäufer an und er reagierte direkt. Super nett und freundlich – und er ließ sogar noch mit sich handeln: 50 Euro.

Er erklärte mir, dass er den Fernseher dringend verkaufen müsse und der Käufer davor abgesprungen sei. Wir verabredeten eine Uhrzeit und ich fuhr los. Eine Stunde Autofahrt, bewaffnet mit vielen Kissen und Decken – wohl wissend, dass mich mit dem MX6000 ein rund 40 Kilo schwerer Brocken erwartete.

Vor Ort angekommen öffnete mir der nette Verkäufer die Tür und nahm mich mit ins Haus.

Kleine Info am Rande: Ich denke in solchen Momenten immer kurz darüber nach, was wäre, wenn die mich da drin einfach verprügeln und mir meine Sachen klauen. xD

Aber das passierte natürlich nicht – sonst würde ich hier vermutlich nicht so entspannt darüber schreiben.

Er zeigte mir das Gerät und trug es mit mir sogar bis zum Auto. Zum Glück hat auch der MX6000 hinten im oberen Bereich eine Mulde zum Tragen. Ohne die wäre ich spätestens beim Ausladen komplett verloren gewesen.

Er gab mir außerdem noch eine Fernbedienung mit, die sich später als eine Art „Sonderanfertigung“ herausstellte. Damit konnte man den Fernseher im Grunde nur einschalten und die Kanäle wechseln. Die richtige Fernbedienung hatte ich dort liegen lassen und leider erst zu spät bemerkt, dass genau die eigentlich die wichtige gewesen wäre.

Nach kurzem Schreiben mit dem Verkäufer bot er mir aber an, mir die richtige Fernbedienung noch nachzusenden. So habe ich jetzt zwei. 😉

Zu Hause angekommen baute ich den Fernseher auf und schloss meinen Raspberry Pi 3 mit einem Pi2SCART-HAT daran an.

Holy Moly, was für ein Bild.

Gestochen scharf, jeder Pixel genau da, wo er sein soll – ohne dass er in benachbarte Pixel einstrahlt, wie es bei Composite schnell passieren kann.

Nahaufnahme des MX6000 mit dem Iphone 16 Pro

Ich hatte einen Fokus: Spielen! Erst einmal nur spielen.

Die Konfiguration von RetroPie, Anpassungen in RetroArch, „Sicherheitskopien“ organisieren – das war alles Nebensache.

Ich wollte einfach nur noch spielen.

Wenn es einen Fernsehgott gibt, dann kommt er aus Dänemark und heißt Bang & Olufsen. Das Bild und die Technik sind wirklich erste Sahne. Ich bin froh, auf OnkelPipi gehört und mir so ein Teil geholt zu haben.

Pi2Scart auf einem Raspberry Pi3+

Ich hoffe doch, dass euch mein erster Blogbeitrag gefallen hat. Wenn ihr irgendetwas wissen wollt, lasst gerne einen Kommentar da. Mit großer Sicherheit werde ich darauf antworten!

Kurzer Exkurs zur Firmware:
Der TV hat ein Service-Menü, das unter anderem erlaubt, die Geometrie des Bildes anzupassen. Bei älteren Firmware-Versionen musste man dafür noch physisch etwas im Gehäuse überbrücken. Ab Version 3.1 ließ sich das Ganze dann mit einem simplen Code über die Fernbedienung aufrufen.

Cheers und bis denne!

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